Das Highlight am Donnerstag 23.10.2003
Club NIHIL
FM4 - DJs
David Pfister
Robert Zikmund
Live: T-Model Ford (Blues-Legende aus den USA)

In der Galerie KlausEngelhorn (1010, Stubenring 22) sowie im KlausEngelhornDepot (1160, Abelegasse 10) findet um 19:00 Uhr die Vernissage zur Ausstellung "FEELIN' BLUE - zeitgenössische Fotografie aus dem Mississippi Delta" statt.
Das musikalische Rahmenprogramm bestreitet ab 22:00 Uhr T-Model Ford im Bricks.
Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie auf der Homepage www.klausengelhorn.com
T-Model Ford hat eine, für sein Metier, makellose Vorgeschichte; wahrscheinlich ist das Wort, das ihn am besten beschreibt, "überqualifiziert". Er wurde als James Lewis Carter Ford in Forrest, einem kleinen Ort in Scott County, Mississippi, geboren. Sein Alter gibt er mit 75 an, aber ganz sicher ist er sich da nicht. An den Fußknöcheln trägt er die Narben eines Kettensträflings. Er hat auf die harte Tour gelernt.
In rhythmischer Symbiose mit seinem Drummer spielt er den hypnotischen Boogie-Groove des Hügellandes im Norden von Mississippi wie kein anderer auf der Welt. Seine Musik ist keine Wehklage voller Selbstmitleid, sondern ein Fest für das Leben. Er bringt dich dazu, dich mit ihm zu freuen, anstatt ihn wegen irgendeines bemitleidenswerten Zustands von Liebeskummer oder Ungerechtigkeit zu bedauern.
T-Model Ford ist kein Relikt aus der Vergangenheit oder ein Überbleibsel einer dem Untergang geweihten Kultur, er ist ein Bluesmusiker, wie man ihn derzeit kaum findet. Vom Rand der Klippen, von denen die meisten abstürzen würden, hebt T-Model ab und fliegt - als existenzieller Held.
Er schüttelt die Beats aus dem Handgelenk. Er fügt Phrasen hinzu - Formen wie zwölf Takte oder AAB binden ihn nicht. Er verbeugt sich vor den Großen - Muddy, Hooker, Lightnin' und Wolf, aber über die reine Tradition hinaus lässt er sich durch das beeinflussen, was er im Chaos der heutigen Welt hört - als spielte der große Jimmy Reed mit Ornette Coleman. Er bricht aus der konservativen Form aus, streicht die Taktstriche und spielt jeden Ton, als wäre er der erste eines Taktes, keine rigiden vier Schläge, keine neoafrikanisch-polyrhythmischen Synkopen. Geradliniger Stomp, endloser Boogie, eine tiefe Furche, stur durch den schwarzen Staub gezogen.
Also bind deine Stiefel zu, schenk dir Gin ein und mach dich bereit für den Spaß. Erinnere dich an deinen letzten Vollrausch oder dein erstes Mal im Bett. Um es mit den unsterblichen Worten von Howlin' Wolf zu sagen: "Everybody digs it when it's in the groove."
Jim Dickinson, Memorial Day 2002
Related Links:
www.fatpossum.com/artists/tmodel.html
www.rollingstone.com/artists/bio.asp?oid=1565&cf=1565